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Kurdische Demokratische Partei (KDP)

Die Kurdische Demokratische Partei, KDP-Bashûr, wurde am 16. August 1946 gegründet. Ihre Gründungsmitglieder kamen vor allem aus der kurdischen Intelligenz und dem städtischen Kleinbürgertum. Mullah Mustafa Barzanî, dem 1943 die Flucht aus dem Arrest in Silêmanî gelang, wurde trotz Abwesenheit zum Vorsitzenden gewählt. Barzanî hatte zwischen 1943 und 1945 verschiedene Aufstände gegen die Zentralregierung in Bagdad organisiert. Er forderte die Sicherstellung der wirtschaftlichen und kulturellen Interessen der Kurden im Irak. 1946 war er zum Verteidigungsminister der Kurdischen Republik in Mahabad ernannt worden. Zur Zeit der Parteigründung der KDP im Irak befand er sich im Exil in Moskau.

Das erste Programm der KDP im Irak bezog sich noch auf den Marxismus-Leninismus und forderte für die kurdische Nation das Recht auf Selbstbestimmung. Allerdings wurde das als Fernziel gesehen. Erste Schritte dahin sollte die Demokratisierung der Gesellschaft und ein Autonomie-Statut sein, um die Rechte der Kurden im Irak innerhalb der Grenzen des irakischen Staates zu regeln.

1958 kehrte Barzanî aus dem sowjetischen Exil zurück. Der neue Machthaber, General Kassem, garantierte ausdrücklich die Rechte der Kurden im Irak. 1960 wurde die KDP-Bashûr offiziell zugelassen. Frauen-, Studenten- und Jugendverbände wurden gegründet. Doch schon 1961 nahm die Repression wieder zu. Barzanî zog sich in die Berge nahe der nordkurdisch-südkurdischen Grenze, nach Barzan zurück. Es folgten mehr als zehn Jahre Krieg zwischen der KDP-Bashûr, die in der damaligen Zeit die führende Kraft der kurdischen Bewegung war, und der Armee des irakischen Regimes. Die Baath-Partei kam 1963 an die Macht.

Zwischen 1964 und 1975 kontrollierte die KDP im Irak große Teile Südkurdistans. Eine eigene Verwaltung wurde entwickelt, die einerseits für militärische und andererseits für zivile Fragen zuständig war. Zentrale Forderungen bei den Verhandlungen zwischen der irakischen Zentralregierung, die mittlerweile große Unterstützung der Sowjetunion genoss, und der kurdischen Seite waren die Anerkennung der kurdischen Nation, Unterricht und Bildungseinrichtungen in kurdischer Sprache.
Bereits 1964 hatte sich das Politbüro der KDP-Bashûr gespalten, nachdem es Differenzen über den Umgang mit dem irakischen Regime gegeben hatte. Jelal Talabanî und Ibrahim Ahmed (sein Schwiegervater) kritisierten Barzanî, weil er einem fragwürdigen Waffenstillstand zugestimmt hatte. Anfang der siebziger Jahre spitzte sich der Konflikt zwischen den beiden Strömungen innerhalb der KDP-Bashûr in Südkurdistan zu. Barzanî berief, zur Absicherung seiner Position, einen Kongress ein, auf dem ein eigenes Politbüro gegründet wurde. Talabanî und Ahmed spalteten sich daraufhin von der KDP ab und flohen nach Ostkurdistan.

Bei allen ideologischen und politischen Streitereien zwischen beiden KDP-Flügeln lässt sich doch nicht ausschließen, dass auch alte Stammes bzw. Clankonkurrenzen zwischen dem Barzanî-Clan einerseits und dem Talabanî-Clan andererseits eine gewichtige Rolle dabei gespielt haben mögen. Als Mullah Mustafa 1979 starb, übernahmen seine beiden Söhne Idris und Massud seine Nachfolge. Idris Barzanî starb 1987, sein Bruder Massud übernahm die alleinige Führung der KDP-Bashûr.

Die KDP gilt heute eher als konservative Kraft. Ihr Ziel einer autonomen kurdischen Republik innerhalb der Grenzen des Irak liegt durchaus im Interesse westlicher Regierungen, auch Ankaras. Da das Haupteinflussgebiet der KDP-Bashûr direkt an der nordkurdisch-südkurdischen Grenze in der Provinz Dohûk liegt, ist eine enge Zusammenarbeit mit dem türkischen Militär entstanden. Bei den verschiedenen Invasionen der türkischen Armee nach Südkurdistan in den letzten Jahren wurden die türkischen Truppen meist von ortskundigen Peshmerga der KDP begleitet.
Heute ist das Verhältnis zur PKK eher neutral.

Die Partei hat Flügel in jedem Teil Kurdistans, die KDPI in Ostkurdistan, die Al Party in Westkurdistan, und die PDK-Bakur, sowie einen Flügel im Libanon.